Der “Orden der grünen Bergmänner“ – Ein unbekanntes Stück Sozietätsgeschichte aus den Tiefen der „Schwedenkiste“

I| Ein unverhoffter Fund

In einem im August 1783 für den Illuminatenorden abgefassten Lebenslauf berichtete der zu diesem Zeitpunkt 55-jährige sachsen-gothaische Kammerherr, Gardeoberst und zukünftige lokale Illuminatenobere Christian Georg von Helmolt (1728–1805) über eine Sozietät, der er 37 Jahre zuvor, während seines Studiums an der Universität Jena,1Vgl. Otto Köhler: Die Matrikel der Universität Jena, Bd. 3, 1723–1764, München 1992, S. 451, Zeile 60. beigetreten war. In dieser Gesellschaft mit dem Namen „Orden der Grünen Bergmänner“ wurde, so notierte Helmolt, „nach Vorschriften auf die verschiedenen Menschen-Charakter gearbeitet“,  also nach einem im weiteren Sinne aufklärerischen Verständnis auf Kenntnis und Verbesserung des Einzelnen.2Vgl. Christian Gerog von Helmolt: Curriculum vitae, 06.08.1783, Russisches Staatliches Militärarchiv/Sonderarchiv, Moskau, Fonds 1412-1-5432 (Schwedenkiste Bd. 10), Dok.-Nr. 167, S. 9f.

Gemeinsam mit zwei Freunden, Johann Christian Posewitz und Stephan Werner von Dewitz, habe er sich diesem Orden angeschlossen. Leiter dieses Jenaer Studentenzirkels sei ein „ziemlich bejahrter, großer, schwartzbrauner Mann von sehr ernsthaften Ansehen [gewesen], welcher sich durch seine Tracht von grüner Farbe ziemlich auszeichnete, und auch Privat-Collegia der Rechtsgelahrtheit laß“.3Vgl. Helmolt: Curriculum Vitae, S. 9. Viel mehr ließ sich über die „Grünen Bergmänner“ zunächst nicht in Erfahrung bringen. In der Literatur zur studentischen Vergesellschaftung taucht diese Assoziation nicht auf.

Der Mangel an Informationen ist nicht außergewöhnlich, denn im 18. Jahrhundert, in dem die Geselligkeit und ihre vielfältigen Ausformungen zu einem ständeübergreifenden Ideal avancierten, bildeten sich im Alten Reich Sozietäten in kaum zu überblickender Fülle. Im Zuge der Verbreitung der Freimaurerei im deutschen Raum ab 1737 kam es auch an Universitätsstandorten vermehrt zur Gründung von Logen und teils konkurrierenden, studentischen Zusammenschlüssen, die unter Rückgriff auf masonische Elemente alternative, an der Maxime der „akademischen Freiheit“ orientierte Assoziationsformen ausbildeten.4Für eine konzise Darstellung der konkurrierenden Formen der akademischen Geselligkeit in den 1730er und 40er Jahren vgl. Holger Zaunstöck: Das Milieu des Verdachts. Akademische Freiheit, Politikgestaltung und die Emergenz der Denunziation in Universitätsstädten des 18. Jahrhunderts. Berlin 2010, S. 113-119.


Zeitleiste aller im FactGrid erfassten akademischen Logen und Studentenorden

Die „Grünen Bergmänner” erscheinen jedoch aus zwei Gründen besonders relevant und regten folglich zu weiteren Recherchen an: Zum einen handelt es sich offenkundig um eine sehr frühe Vertreterin der sogenannten akademischen Logen, deren Aufkommen gemeinhin auf die Mitte der 1740er Jahre datiert wird.5 Zu den Definitionsmerkmalen der akademischen Logen vgl. Holger Zaunstöck: Sozietätslandschaft und Mitgliederstrukturen. Die mitteldeutschen Aufklärungsgesellschaften im 18. Jahrhundert. Tübingen 1999, S. 66. Zum anderen ist zu vermuten, dass Christian Georg von Helmolt durch diese frühen Sozietätserfahrungen auch in seinem späteren Wirken für den Illuminatenorden beeinflusst wurde und folglich diese Jenaer Studentengruppe – wenigstens mittelbar – auf die 1783 gegründete Gothaer Minervalkirche rückwirkte.

Weitere Nachforschungen verliefen aber zunächst erfolglos. Deshalb blieb nur die Möglichkeit, ein Datenbankobjekt in FactGrid einzurichten, um zumindest das Wenige festzuhalten, was sich aus Helmolts Curriculum entnehmen ließ: den Namen des Ordens, den Ort, die Jahresangabe, die Namen der zwei Freunde. Der Vorteil solcher Items besteht darin, dass sie von Suchmaschinen erfasst werden können. Und tatsächlich wurde wenig später ein Forscherteam, das im Archiv der Großen Landesloge von Schweden auf ein Konvolut mit dem Titel „Orden der grünen Bergmänner 1745–1748“ gestoßen war, auf diesen Eintrag aufmerksam.

Wie sich herausstellte, war dies keine zufällige Übereinstimmung: Die aufgefundenen Papiere stammen ursprünglich aus dem persönlichen Besitz Christian Georg von Helmolts. Er muss sie entsprechend den illuminatischen Statuten6Der Illuminatenorden sammelte alle möglichen Informationen über andere (para)masonische Systeme. In den Gradtexten ist vermerkt, dass die „Schottischen Brüder“ oder “Illuminati Dirigens” „alle unächten Grade sammlen und an die Provinzialloge einschicken“ sollen. Illuminatus dirigens, oder schottischer Ritter. Ein Pendant zu der nicht unwichtigen Schrift Die neuesten Arbeiten des Spartacus und Philo in dem Illuminaten-Orden, o. O. 1794, S. 31. entweder direkt an seinen Ordensoberen Johann Joachim Christoph Bode in Weimar übersandt oder dem Gothaer Illuminaten-Archiv hinzugefügt haben, das er als örtlicher Vorsteher selbst verwaltete. 1793 sind die Unterlagen der “Grünen Bergmänner” jedenfalls im Inventar zu Bodes freimaurerischem Nachlass verzeichnet. Gemeinsam mit Bodes Bibliothek gingen sie in den Besitz Herzog Ernst II. von Sachsen–Gotha und Altenburg über und gelangten schließlich 1804 nach Stockholm. Dorthin reisten im Gepäck der illuminatischen, freimaurerischen und esoterischen Überlieferungen und Schriften, die der Herzog durch den testamentarisch verfügten Versand in Europas Norden neugierigen Blicken entzogen wissen wollte. Als die Dokumente jedoch 1880/81 von der Gothaer Loge zurückgefordert wurden, kehrten lediglich jene Unterlagen hauptsächlich illuminatischer Provenienz zurück, die heute unter dem Namen “Schwedenkiste” bekannt sind. Die Unterlagen der “Grünen Bergmänner” hingegeben verblieben, gemeinsam mit Bibliotheksbeständen Bodes und Herzog Ernsts II., im Archiv der Großen Landesloge von Schweden.

Das Konvolut aus der Mitte der 1740er Jahre gewährt einen gänzlich unverhofften Einblick in das Innenleben der „Grünen Bergmänner“ und erzählt die Geschichte einer kleinen studentischen Sozietät, einer experimentellen Selbsterfahrungsgruppe der Aufklärung. Ein Konstitutionsbuch gibt die Verfassung und die Rituale des studentischen Zirkels wieder, Protokolle dokumentieren den Ablauf einzelner Sitzungen, eine Matrikel erlaubt es, die Mitglieder zu identifizieren.

Constitututions-Buch des Ordens der Grünen Bergmänner, Halle, 1748

II| Die Entstehung der „Grünen Bergmänner“ und ihre Mitgliederstruktur

Mit Hilfe der Schriftstücke war es nunmehr ein Leichtes, die Identität des von Helmolt erwähnten Oberen herauszufinden. Es handelt sich um den in Eichelsdorf in Franken, als Sohn eines Pastors geborenen Johann Wolfgang Brenk (1704–1789). Der Altdorfer Professor Georg Andreas Will (1727–1798), der als Hallenser Student selbst den „Grünen Bergmännern“ beigetreten war und auch später mit Brenk in Kontakt stand, veröffentlichte 1791 eine noch heute durchaus unterhaltsame Lebensbeschreibung dieses „sonderbahren Mannes“, die ebenfalls Einblicke in die Aktivitäten dieses Ordens gewährt.

Brenks Engagement als Sozietätsgründer ist nur vor dem Hintergrund seiner wechselhaften Biographie zu verstehen. 1722 begann er ein Studium in Altdorf und führte fortan eine höchst unbeständige Existenz. Auf seinen zahlreichen Reisen, die ihn nicht nur durch das Reich, sondern bis nach Siebenbürgen führten, arbeitete er unter anderem als Jurist und Hofmeister, schlug sich teils als Bettler durch und geriet verschiedentlich in Konflikt mit den Obrigkeiten. Auch trat er als Projektierer in Erscheinung – unter anderem plante er angeblich, ein Königreich in der Walachei zu gründen –, beschäftigte sich intensiv mit rabbinischer Gelehrsamkeit und knüpfte enge Beziehungen zu verschiedenen jüdischen Gemeinden. 1749 unterzog er sich schließlich in Amsterdam der Zirkumzision und konvertierte zum Judentum. In den 1750er Jahren kehrte er zurück nach Franken, arbeitete als Sekretär der hessen-kasselischen Gesandtschaft in Nürnberg und verbrachte seine letzten Jahre im ansbachischen Schobdach, wo er als praktizierender Jurist anscheinend ein ärmliches Leben führte.7Zur Brenks Werdegang vgl. die erwähnte Biographie von Georg Andreas Will: Lebensgeschichte eines im hohen Alter verstorbenen sonderbaren Mannes M. Johann Wolfgang Brenk’s […], Ansbach 1791; sowie  Clemens Alois Baader: Lexikon verstorbener Baierischer Schriftsteller des achtzehenten und neunzehenten Jahrhunderts, Bd. 1, Augsburg/Leipzig 1824, S. 52-56.

Dank Wills „Lebensgeschichte“ und einigen Einträgen in Stammbüchern ist Brenk der Forschung bereits als Gründer einer Geheimgesellschaft in Halle bekannt, wenngleich deren Name oder genaues Profil bisher im Dunkeln blieben.  Aufgrund der Parole „Vivat die B-Männer“, mit der sich der Memminger Patrizier Sigmund David Hartlieb, genannt Walsporn am 9. April 1748 in Wills Stammbuch verewigte, wurde “Brenck-Männer” als Name der Gruppe angenommen.8Will: Lebensgeschichte, S. 68–72. Die Interpretation des Stammbuch-Eintrags stammt aus Walter Richter: Zur Frühgeschichte des Amicisten-Ordens. In: Einst und Jetzt. Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung 22 (1977), S. 19–48, hier S. 20. An beide anknüpfend auch Zaunstöck: Milieu des Verdachts, S. 122-125.

Helmolts Unterlagen ermöglichen es nun, einen viel umfangreicheren Eindruck von Brenks Aktivitäten zu gewinnen. Bereits ab 1745 begann er, in Jena eine Filiale seines Ordens aufzubauen. Am 7. Juli 1745 nahm er das erste Mitglied, den Studenten Georg Ludwig Friedrich von Wüllen aus Lauenau, auf.9Album oder Matricul der grünen Bergmänner“, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert. Nach der Initiierung eines zweiten Interessenten10Vgl. “Album oder Matricul der grünen Bergmänner”, unfoliiert. Es handelt sich um Hartwich Ludolph Baumann aus Lüchov im Lüneburgischen. Vgl. Köhler: Die Matrikel der Universität Jena, Bd. 3, S. 443.,  fand bereits am 7. November eine erste Versammlung11“Actum Jena d[en] 7. Nov[ember] 1745”, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert. der zu diesem Zeitpunkt nur aus 3 Personen bestehenden „Grünen Bergmänner“ statt. Dies deckt sich mit der Bemerkung, dass Brenk, der in diesem Zeitraum eigentlich in Halle sein Auskommen suchte, „etlichemal“ in Jena gewesen sei.12 Will: Lebensgeschichte, S. 65.

Im Umfeld der Salana entstanden ab der Mitte der 1740er Jahre verschiedene Sozietäten: Am 24. Juli 1744 wurde die Freimaurerloge „Zu den drei Rosen“ gegründet, im selben Jahrzehnt entstand eine Dependance des „Espérance-Ordens“, womit nur die frühesten dieser Gesellschaften genannt sind. Brenks Zirkel gehörte also tatsächlich zu den ersten arkanen Gesellschaften in Jena.13Zur Gründnung der Jenaer Loge vgl.  Joachim Bauer, Gerhard Müller: Jena, Johnssen, Altenberga. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Freimaurerei im 18. Jahrhundert, in: Dies.,  Birgitt Hellmann (Hg.): Logenbrüder, Alchemisten und Studenten. Jena und seine geheimen Gesellschaften im 18. Jahrhundert, Rudolstadt 2002, S. 19–85, hier S. 21-28; Jens Riederer : Aufgeklärte Sozietäten und gesellige Vereine in Jena und Weimar zwischen Geheimnis und Öffentlichkeit 1730-1830, Jena 1995, S. 80-84, zum Espérance-Orden ebd., S. 113–116.

Im Laufe des Jahres 1746 konnte Brenk dann fünf weitere Mitglieder für die „Grünen Bergmänner“ gewinnen, darunter Christian Georg von Helmolt. Ab August genannten Jahres übernahm mit dem bereits eingangs erwähnten Johann Christian Posewitz ein Mitglied aus Jena die Führung des Zirkels. Im gesamten Jahr 1747 scheinen die Aktivitäten hingegen gestockt zu haben, denn es wurden keine Aufnahmen vermerkt. Erst im Folgejahr kamen noch vier Mitglieder hinzu. Ab März 1748 übernahm dann Helmolt die Führung des Zirkels.14Vgl. “Album oder Matricul der grünen Bergmänner”, unfoliiert. Der Gothaer Illuminatenobere war also, entgegen der Behauptung in seinem Lebenslauf, weit mehr als nur ein unwissender Anhänger der Gesellschaft. Dies erklärt außerdem, wie die Akten in seinen Besitz gelangten.

Insgesamt nahmen die “Grünen Bergmänner” in Jena zwölf Männer auf, davon waren zehn an der Salana immatrikuliert. Einzig das zuerst aufgenommene Mitglied, der bereits erwähnte Georg Ludwig von Wüllen, sowie das letzte, der Magister Johann Wilhelm Schubert aus Nürnberg, waren keine Jenaer Studenten. Hinsichtlich der Herkunft der Adepten ergibt sich ein recht heterogenes Bild: ein Mitglied stammte aus Norddeutschland (Mecklenburg), drei aus Kurhannover, eines aus dem unter preußischer Herrschaft stehenden Stift Quedlinburg, zwei aus der Grafschaft Stolberg-Stolberg, Helmolt aus dem Thüringer Kreis Kursachsens sowie vier aus Franken (drei Ansbacher und ein Nürnberger). Der Adelsanteil war mit sechs der zwölf Aufgenommenen relativ hoch.15Vgl. “Album oder Matricul der grünen Bergmänner”, unfoliiert.


Liste aller derzeit erfassten Mitglieder der “Grünen Bergmänner”

Zusätzlich zu den Aktivitäten in Jena und Halle plante Brenk eine Expansion des Ordens nach Franken, die angeblich vor allem durch Will vorangetrieben werden sollte.16 Will: Lebensgeschichte, S. 71f. Der bereits erwähnte Nürnberger Magister Johann Wilhelm Schubert wurde vermutlich ebenfalls zu diesem Zweck in den Jenaer Zirkel aufgenommen.

III| Konstitution und Organisation der “Grünen Bergmänner”

Aus den vorliegenden Archivalien lässt sich überdies die (geplante) Struktur der Geheimgesellschaft rekonstruieren. Als besonders wertvoll erweist sich das Konstitutionsbuch, das Brenk anscheinend eigenhändig für Helmolt kopierte, als Letzterer den Vorsitz des Jenaer Zirkels antrat. Es beginnt mit der Erklärung des Namens, verbunden mit der Erläuterung der Absichten und Grundsätze der Sozietät. Den Namen „Bergmänner“ habe die Gesellschaft erhalten, „weil von selbiger das verborgene des Hertzens gleich dem Ertz aus den Berg-Wercken gesucht u[nd] hervorgebracht“ werde, das Farbattribut hingegen sei gewählt worden, weil der Orden auf seine Mitglieder „hoffen u[nd] sich verlaßen“ könne.17Vgl. § 1 in “Constitutions-Buch der O[ber?]B[erg?]Mä[nner] in der G[rünen]B[erg]M[anns]G[esell]S[chaft] vor Christian Georg von Helmolt”,  28.03.1748, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert. Diese Fördermetaphorik weckt Assoziationen zur masonischen Analogie des „rauen“ oder „unbehauenen“ Steins, der den noch ungeformten Menschen symbolisiert. Jedoch lässt die Bergwerks-Motivik auch eine offenere Interpretation zu, findet sich die Semantik des ‚Zutageförderns‘ und ‚Hervorbringens‘ doch häufiger in der Aufklärungsphilosophie.18Werner Schneiders: Hoffnung auf Vernunft. Aufklärungsphilosophie in Deutschland, Hamburg 1990, S. 61f.

Ein Vorbild Brenks könnten die „Institutiones Philosophiae Primae“ des Jenaer Professors und Thomasianers Johann Jacob Syrbius gewesen sein, die in der zweiten Auflage von 1726 ein sehr aufschlussreiches Titelkupfer ziert.19Vgl. Abb. 1. Es imaginiert die Philosophie als ein mehrstufiges Verfahren, das die durch den in der mittleren Bildebene abgebildeten Wünschelrutengänger erspürte Wahrheit nicht allein finden, sondern auch extrahieren muss. Es erscheint durchaus denkbar, dass Brenk, der Mitte der 1720er Jahre selbst Student in Jena gewesen war, Syrbius’ Vorlesungen gehört hatte und dessen Schriften kannte.

Titelkupfer aus: Johann Jakob Syrbius: Institutiones philosophiae primae novae et eclecticae. […]. 2. Aufl. Jena 1726. Digistalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Zitierlink: PPN1028478305 (02.08.2022).
Ist der freimaurerische Bezug im Namen noch recht lose, sieht dies bei dem „Symbol“ der Gesellschaft, welches jedes Mitglied wie eine Art Bijou an einem Band um den Hals zu tragen hatte, schon anders aus. Klar erkennbar wird hier, dass sich Brenk großzügig aus dem Reservoir masonischer Sinngehalte bediente. Während die Schlange die Klugheit repräsentiert, verkörpert die Weltkugel das Prinzip des Makro- und Mikrokosmos. Daneben sind Instrumente angeordnet: der Pickel zum Fördern der Erkenntnis und das Winkelmaß zum “[A]bmeßen” und “[D]eterminieren” der menschlichen Charakterzüge. Die betenden Hände schließlich stellen die Bruder- und Nächstenliebe dar. „Prudentia“ (Vernunft), „Amore“ (Liebe) und „Experientia“ (Erfahrung) waren die Mittel, mit denen die Gesellschaft ihren Endzweck – die Kenntnis des Menschen – erreichen wollte. Getragen wurde das Abzeichen an einem „rothen“ und „grünen“ Bande, mit einer „bleumouranten“ Schleife am Ende. Diese Farben verkörpern die drei „Vota“, die elementaren Grundsätze des Ordens, „[n]iemanden zu betrügen“, „[a]lle Versprechen zu halten“ und „Hilfe für Notleidende und Unterdrückte“ zu leisten.20Vgl. § 6 in Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner], unfoliiert.

Wie Brenks Vertrauter Will andeutet, stand der oberste Bergmann der Freimaurerei trotz aller ideellen Anleihen jedoch ablehnend gegenüber.21Will: Lebensgeschichte, S. 68. Eine durchaus glaubhafte Behauptung, wurde doch die ‚Königliche Kunst‘ in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu einem entscheidenden Faktor in der organisierten Geselligkeit des 18. Jahrhunderts, der eine Reaktion verlangte, sei sie integrierend oder abgrenzend.

Anhand der Konstitution können indes nicht nur die Symbole, sondern auch die normative Verfasstheit der “Grünen Bergmänner” nachvollzogen werden. Eine elaborierte Einteilung in verschiedene Erkenntnisstufen, wie sie in der Hochgradmaurerei oder anderen Geheimbünden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstehen sollte, gab es im “Orden der Grünen Bergmänner” offenbar noch nicht. Eingeführt wurden lediglich drei verschiedene Ränge, die offenbar hauptsächlich funktionale Zwecke erfüllten und kaum mit spezifischen esoterischen Wissensbeständen verknüpft gewesen zu sein scheinen. Neben den gewöhnlichen, schlicht als Bergmänner bezeichneten Adepten gab es die Oberbergmänner, welche die einzelnen Zirkel leiteten, und eine oberste Instanz, die sich hinter dem Akronym „Bme“, womöglich aufzulösen als „B[erg]me[ister]“, verbarg.22Diese Einteilung geht aus § 7 im Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner] hervor.

Voraussetzungen für die Aufnahme als Mitglied waren, wie im 18. Jahrhundert üblich, körperliche und geistige Unversehrtheit, Verschwiegenheit und Redlichkeit. Atheisten waren grundsätzlich ausgeschlossen.23§ 2 im Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner]. Unklar ist, ob es analog zur Freimaurerei eine Altersgrenze gab. Das Recht, Mitglieder aufzunehmen und neue Zirkel zu konstituieren, oblag den Oberbergmännern. Zur Gründung einer Dependance benötigte der Oberbergmann zwei Bergmänner, die er selbst zuvor aufnehmen durfte, sowie das Einverständnis des zuständigen Bergmeisters. Aussichtsreiche Kandidaten wurden, wie in anderen arkanen Bünden üblich, unter kritischer Prüfung schrittweise an den Orden herangeführt.24Zu den Rechten der Oberbergmänner vgl. § 8, zum Anlegen neuer Zirkel § 11 im Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner].

War ein solcher Zirkel auf fünf Mitglieder angewachsen, durfte er nach einem geheimen Abstimmungsverfahren einen eigenen Oberbergmann wählen. Erreichte die Gruppe die Zahl von zehn Ahängern, durfte ein zweiter Oberer bestimmt werden. Bisher ist, wie erwähnt, lediglich die Existenz der beiden Zirkel in Halle und Jena belegbar.25Vgl. § 5 im Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner].

Den Rang des Bergmeisters hatte anscheinend lediglich Brenk selbst inne. Will zufolge bestritt er zwar „standhaft“26Will: Lebensgeschichte, S. 68., der Gründer des Ordens zu sein. Dies diente vermutlich jedoch dazu, den Mitgliedern vorzuspiegeln, dass sie einer sehr alten und großen Organisation angehörten. Viele Geheimgesellschaften bedienten sich teils wesentlich elaborierterer Ausformungen derartiger Fiktionen, um ihre Mitglieder zu binden. Auch im Illuminatenorden und der Hochgradmaurerei begegnen diese in Gestalt der „Unbekannten Oberen“.

Neben der kleinteiligen Regelung der Kompetenzen fällt außerdem die Akribie auf, mit der in den Statuten finanzielle Angelegenheiten geregelt und dabei auch verschiedene Eventualitäten einkalkuliert wurden. Zusätzlich zu einem sehr differenzierten Strafsystem existierten genaue Regelungen für Rezeptions- und Quartalgelder, für die Anfertigungsgebühren der Ordenszeichen und Kopien. Entsprechend scheint Wills Bemerkung, Brenk haben den Orden „als eine Finanzquelle“27Will: Lebensgeschichte, S. 68. angesehen, nicht vollkommen abwegig. Helmolt berichtet in seinem Lebenslauf ebenfalls, der Orden sei „nichts weniger als geldsplitternd“ gewesen.28Helmolt: Curriculum Vitae, S. 9.

Die den Ordenspapieren ebenfalls beigefügten Rechnungen erwecken indes einen anderen Eindruck. Abgesehen von den Rezeptions- und Quartalgeldern sind kaum Strafen oder Gebühren vermerkt. Es scheint aber denkbar, dass Brenk die eigenommenen Gelder nicht vollständig aufführte.29Vgl. Rechnungen [Orden der Grünen Bergmänner], Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert.

IV| Die Sitzungspraxis der „Grünen Bergmänner“

Anhand der Überlieferung lassen sich nicht allein die normativen Grundsätze der Gesellschaft nachvollziehen. Durch die Zusammenschau der  Dokumente kann auch die Sitzungspraxis recht genau rekonstruiert werden. Grundsätzlich bestand eine Session aus vier Elementen, in denen mittels verschiedener Verfahren der Selbst- und Fremdbeobachtung auf die Erlangung von umfassender Menschenkenntnis hingearbeitet wurde. Durch die Optimierung des Selbst sollte schlussendlich pars pro toto die Verbesserung der Menschheit erreicht werden.

Nach der Eröffnung einer Versammlung durch den Oberbergmann berichteten die Brüder reihum über ihre Verstöße gegen die „Vota“ und entrichteten die vorgesehenen Strafgebühren. Hierauf begann die eigentliche Arbeit: die „cognitio sui“, die Selbsterkenntnis. In jeder Zusammenkunft musste sich ein Bruder aus der Versammlung entfernen. Währenddessen gaben alle im Raum Verbliebenen beim Oberbergmann ihr „judicium“ über den Abgetretenen ab, wobei „alle Fehler, welche im Verstand u[nd] Willen, Gemüths-Neigungen, Sitten u[nd] Gewohnheiten, Reden, Thaten u[nd] Leibs-Geberden bestehen u[nd] des andern in[n]erlichen oder äußerlichen Glückseeligkeit hinderlich seyn können“ angemerkt werden sollten. Der Obere hielt die Anmerkungen schriftlich fest, um sie anonymisiert dem zu Beurteilenden  vortragen zu können.30Vgl. § 12 und 13 im Constitutions-Buch der […] [Grünen Bergmänner]. Bei Bekanntmachung der Einschätzung war den Bergmännern keine Widerrede gestattet. Entschuldigungen jeglicher Art wurden schon in den Statuten als unnötig abgewiesen, „weil es der eigenen Prüffung eines jeden überlaßen wird, ob er die bemerckten Fehler an sich habe“.31Vgl. § 13 im Constitutions-Buch der [Grünen Bergmänner].

Diese Praxis zur Erlangung der Selbsterkenntnis war offenbar besonders eindrücklich, denn sowohl Helmolt, in seinem Lebenslauf, als auch Will, in der Lebensgeschichte, haben sie beschrieben. Will notierte über dieses „herbe Mittel“: „Ich lernte mich auf einer Seite kennen, die ich noch gar nicht kannte, und bin wirklich aufmerksamer auf mich, klüger und behutsamer gemacht worden.“32Will: Lebensgeschichte, S. 71. Auf manch jungen Teilnehmer wird diese Praxis der kollektiven Evaluation hingegen eher bedrohlich gewirkt haben. Im Vergleich dazu wirkt die im Illuminatenorden praktizierte Betreuung durch den Austausch von Quibus Licet und Reprochen beinahe intim, wenngleich auch hier den Mitgliedern an der Basis niemals klar war, wer letztlich die Eingaben las und beantwortete.

Aufbauend auf die Arbeit an der „cognitio sui“ folgte die Beschäftigung mit der „cognitio aliorum“, die ‘Erkenntnis von Anderen’. Diese sollte durch Vorlesungen oder Vorträge über verschiedene Aspekte des menschlichen Verhaltens und Charakters erlangt werden, die systematisch in sieben Handlungen aufgeschlüsselt waren. Der Aufbau erinnert stark an Vorlesungsgliederungen. Während die ersten fünf Handlungen sich mit den Menschen „nach ihrer Natur und Gewohnheit“ beschäftigten, enthielten die sechste und siebte ganz praktische Handlungsanleitungen zur Optimierung des Selbst und zur Lenkung anderer Menschen. Die Beschreibung dieser letzten Lektion – „wie man andere Menschen etwas zu thun oder zu laßen, zu billigen oder mißzubilligen […] bewegen solle“ – deutet darauf hin, dass der Orden beabsichtigte, auch nach außen und nicht nur auf seine Mitglieder zu wirken.33Vgl. erneut § 13 im Constitutions-Buch der [Grünen Bergmänner].  Die letzte Handlung scheint im Jenaer Zirkel aber nicht bearbeitet worden zu sein. Zumindest ist sie die einzige, zu der sich keine Aufzeichnungen finden.

Die in den Versammlungen zu behandelnden Themen wurden im Vorfeld durch den Oberbergmann vorgegeben; alle Brüder mussten Ausarbeitungen vorbereiten, die nacheinander vorgetragen und verglichen wurden. Der Obere entschied über die passenden Antworten und hielt sie in einem Protokoll fest, Abweichungen wurden anschließend besprochen. Offenbar galten für die Pensa gelehrte Standards. Alle Argumente mussten, so der Ton der Konstitution, „mit Gründen bewährter Autoritaet oder Erfahrung unterstützet seyn“. Den Abschluss bildete jeweils ein Vortrag.34Vgl. erneut § 12 und 13 im Constitutions-Buch der [Grünen Bergmänner]. Es scheint im Hinblick auf die Ursprünge und Vorbilder der illuminatischen Aufsatzpraxis bemerkenswert, dass eine bisher unerforschte Geheimgesellschaft ihren Mitgliedern bereits vor der Jahrhundertmitte schriftliche Ausarbeitungen abverlangte.

Die Materialien Helmolts bergen 29 Dokumente (davon 20 datierte), die im Zuge der Handlungen entstanden sein müssen. Allerdings ist erkennbar, dass die Aufzeichnungen unvollständig sind. Von den mit Datum versehenen Mitschriften entfallen 17 auf das Jahr 1746. Auffällig ist ebenfalls, dass die einzelnen Handlungen nicht strikt der Reihenfolge nach abgearbeitet wurden.

Teilweise finden sich in den Unterlagen inhaltliche Ausführungen zu einzelnen Handlungen, häufig begegnen Gegenstände aus dem Bereich der Temperamentenlehre.35Mehrfach wurde der Jähzorn, den Brenk offenbar als schweres Laster betrachtete, behandelt.35Vgl.  “Kennzeichen eines Jachzornigen”, “Actum Jena, d[en] 2ten Aug[u]st 1746”; sowie “Von den Kennzeichen des Jähzorns”, “Actum Jenae […] d[en] 26. May 1748”, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert. Ergänzend zu solchen eher an akademische Kontexte erinnernden Abhandlungen finden sich aber auch Exempla aus dem täglichen Leben, oft mit konkretem Bezug auf das Jenaer Umfeld. So beschäftigte sich der Zirkel in einer Sitzung zur zweiten Handlung mit dem „Naturel u[nd] denen Sitten derer EinWohner von Jena“, wobei die die lokale Bevölkerung in keinem guten Licht erscheint. So heißt es unter Punkt 6 der Auflistung von Charakteristika: „Sind Hurer, Ehebrecher, Kupler u[nd] reden gern davon u[nd] geben dazu gerne Gelegenheit, weil sie solche Dienge vor keine große Laster halten.“36 “Von denen Einwohnern in den Städten”, “Actum Jena […] d[en] 12. May 1748”, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert.

Ebenfalls finden sich Pensa in denen das Debattieren über lebensweltliche Sachverhalten geübt wurde. So erhielten die Bergmänner beispielsweise die Aufgabe, „[d]es H. Herold Frantzöß[ischen] Sprachmeister alhier eintzige tochter zu bereden, daß sie ihrem Ehemann H. Ressál gleichfalß Franzöß[ischer] Sprachmeistern, nach Halle folgen solle“.37“Actum Jena […] d[en] 25. Jun[ius] 1746”, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert. Die Antworten reichen vom Verweis auf die göttliche Ordnung bis hin zu dem folgenden, eher naiven Argument: „Wenn sie älter würde, wird sie es bereuen, weil sie die beste Zeit ihrer Jugend ohne Mann hinbringen muß.“38“Actum Jena […] d[en] 25. Jun[ius] 1746”, Archiv der Großen Landesloge von Schweden, Tyskland, Lager och ritualer 52, unfoliiert.Diese männerbündischen Erörterungen sind auch aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive interessant.

Nicht genau zu ermitteln ist, wann sich der Orden auflöste. Ordensgründer Brenk verließ Mitteldeutschland im Sommer 1749 und schiffte sich im Oktober gleichen Jahres von Altona aus nach Amsterdam ein. Vor seiner Abreise war er mit der Hochschulleitung in Konflikt geraten und wurde deshalb in Abwesenheit von der Universität Halle relegiert. In Amsterdam konvertierte er, wie bereits erwähnt, zum jüdischen Glauben und bereiste anschließend die Vereinigten Provinzen. Womöglich kamen mit Brenks Verschwinden auch die Ordensaktivitäten in Jena zum Erliegen. Helmolt verließ die Universität seinem Lebenslauf zufolge Ostern 1749.39Vgl. Helmolt: Curriculum Vitae, S. 8.

Allerdings kehrte Brenk 1751 nach Deutschland zurück und verdingte sich, nach längerer Stellungssuche, in Nürnberg als hessen-kasselischer Legationssekretär. In einem Brief an Will aus dem März 1755 berichtet er, dass ein „H[err] Meinzold in unsere G[e]s[ellschaft] zutretten verlangen trägt“ und erbittet die Zustimmung, um „die fernern Veranstaltungen zu seiner Reception“ veranlassen zu können. Jenes Schreiben unterzeichnete er zudem als „Geh. Diener und getreuer Brud[er] JWBrenck BMe“.40Johann Wolfgang Brenk an Georg Andreas Will, 23. März 1755, Stadtarchiv Nürnberg, Will. III. 449(19), Brief Nr. 2. Ob der überaus umtriebige Brenk sein Geheimbundprojekt in diesem Zeitraum tatsächlich noch intensiv verfolgte und ob Kontinuitäten zu den Unternehmungen in Mitteldeutschland bestanden, ist allerdings zweifelhaft.

Britische Schule, 18. Jahrhundert, Mondbeschienene Landschaft mit Bergmännern vor de, Stolleneingang, Öl auf Kupfer, 20,6 x 24,2cm

V| Schlussüberlegungen – Kontinuitäten geheimbündischer Praktiken und die Potentiale digitaler Kollaboration

Doch welche Schlüsse und Überlegungen lassen sich aus diesem Fund ableiten? Grundsätzlich erweitern die Einsichten in die Aktivitäten der „Grünen Bergmänner“ die Kenntnisse über studentische Vergesellschaftung in Mitteldeutschland in der Mitte des 18. Jahrhunderts, handelt es sich doch um eine der frühesten Sozietäten in Jena. Bemerkenswert ist weiterhin, dass über die Zwischenstationen Illuminatenorden und „Schwedenkiste“ hier die interne Überlieferung dieses studentischen Zirkels überdauert hat. In anderen Fällen sind oft nur Dokumente überliefert, die nach dem Verbot solcher Sozietäten beschlagnahmt wurden oder im Rahmen der juristischen Auseinandersetzung entstanden. Gerade die Sitzungsprotokolle, Lektürelisten und Ausarbeitungen der „Grünen Bergmänner“ gilt es noch weiter auszuwerten.

Überdies sind die von Christian Georg von Helmolt stammenden Papiere auch für die Erforschung des Illuminatenordens bedeutsam, helfen sie doch, ihn weiter in der Arkanlandschaft zu verorten. Selbst in einem kleinen studentischen Zusammenschluss wurden bereits in den 1740er Mechanismen der Selbst- und Fremdbeobachtung sowie Praktiken der schriftlichen Ausarbeitung genutzt, die für die jüngst untersuchten mitteldeutschen Filialen der Illuminaten ebenfalls als charakteristisch erscheinen. Dieser erste Befund regt dazu an, noch intensiver nach Kontinuitätslinien und Brüchen in den Betreuungs- und Erziehungspraktiken arkaner Sozietäten zu suchen.

Die eingangs geäußerte Vermutung, dass Christian Georg von Helmolt durch seine Mitwirkung bei den „Grünen Bergmännern“ in seinem späteren Handeln als Vorsteher des Gothaer Illuminatenzirkels beeinflusst war, gilt es noch eingehender zu überprüfen. Definitiv verfügte er dank dieser früheren Erfahrungen aber bereits über Wissen in der Organisation und Verwaltung (arkaner) Sozietäten, welches ihm als Meister vom Stuhl der Gothaer Freimaurerloge und eben als Superior des Illuminatensprengels zu Gute kam.

Mehr als alles andere verdeutlicht dieser Fund aber das Potential kollaborativer Forschungsplattformen. Ohne das Anlegen eines Datenbankeintrages und die dadurch generierte Sichtbarkeit, wären die Unterlagen der „Grünen Bergmänner“ vermutlich noch lange in ihrem schwedischen Exil verborgen geblieben.

 

 

 

2 Replies to “Der “Orden der grünen Bergmänner“ – Ein unbekanntes Stück Sozietätsgeschichte aus den Tiefen der „Schwedenkiste“”

  1. In an effort to better understand the records of the other societies rituals collected by the Illuminati, I suggest a look through SK 19 and SK 20. There are a few misplaced Illluminati ritual texts of the Minervalgrad and also Schottischen Ritter. More interestingly there are ritual texts of the Concordien Order and its cipher key, the first three degrees of the Gold und Rosenkreutzer-Orden, the African Architects, whose symbolism Weishaupt borrowed from and many more of these. Its the first place to look to. The other place I recommend is the occult shelves in the Swedish archives section of foreign holdings. Bode and Ernst amased perhaps the most impressive collection of occult and magical texts that I have ever seen, including the Mesmer materials he collected in Paris in 1787.

    1. Dear Joe, thank you for the suggestions. You are absolutely right. Olaf has been working on a virtualreconstruction of Bode’s and Duke Ernest’s collection of occult and magical texts since our trip to Sweden.

Leave a Reply

Your email address will not be published.